Erstes Heimspiel

Brian, Kokosnuss und Killerkaninchen - 50 Jahre Monty Pythons Flying Circus…

Sollte jemand an dieser Stelle den gewohnten Spielbericht vom Spiel der Devils am Wochenende gegen die KSV Neuberg Highlanders erwarten, so muss der Autor den Leser dieser Zeilen enttäuschen. Zumindest bis auf Weiteres. Quasi AD 33 an einem “Samstagnachmittag kurz vor der Sportschau”.

Schließlich feiert die angewandte Absurdität ihren 50. Geburtstag, exakt am 5. Oktober 1969 fand die Erstausstrahlung der ersten Folge von Monty Pythons Flying Circus statt. Und das hat nun doch mehr mit dem 5. Oktober 2019 zu tun als die Herren Idle, Cleese, Gilliam und Co. je zu träumen gewagt hätten - vermutlich zumindest.

Denken wir an das ‘Leben des Brian’, konkret an Caesars Freund Schwanzus Longus (“chleudert den Purchen zu Poden!”), prototypischer Proponent jener Fraktion, die - geschlechtsneutral - buchstäblich alles dafür täten, um anhand der überlegenen Länge des eigenen, na lassen wir das, aber: jedenfalls anhand dessen dem eigenen Ego ein wenig auf die Spünge zu helfen. Wichtig, wenn dieses all die Jahre zuvor im internationalen Kampf gegen Adler, Säbelzahntiger und ähnliches Getier nur allzusehr gelitten hat - ja die Legionen der Gegner sogar schon aus Langeweile und Unterforderung den Abzug aus der Schlacht gefordert hatten. Da kam die Judäische Volksfront wohl sehr zupass - oder war’s die Volksfront von Judäa? Ob Schwanzus Longus auch die Legionäre aus Antlantis (oder wars Neukaledonien?) angefordert hätte, ist leider nicht überliefert, hat er sich doch bildlich gesprochen im ‘Sinn des Lebens’ einer ‘Organspende bei lebendigem Leibe unterzogen’. Oder wurde er doch vom Killerkaninchen (schon wieder so ein gefährliches Tier) gefressen? Egal, denn wie sprach Brian (am einzelnen Kreuz - weil, nur “ein Kreuz für jeden”): Always look on the bright side of life.

Und so begab es sich, dass 3 gutbezahlte Ritter der Kokosnuss engagiert werden mussten, um den heiligen Gral aus der Höhle (oder Hölle) der DEBL zu erobern. Wobei, wie allgemein bekannt, war das Budget des Films ja so gering, dass die Montys gezwungen waren, die Hufgeräusche der Pferde mittels Kokosnussschalen zu simulieren. Noch so eine Parallele. Mit der wir wieder bei Schwanzus Longus gelandet wären, dem Krösus Judäas, dem Freund Caesars (ah - daher Krösus!).

Zurück zum heiligen Gral, den zu erobern bedarf es der Unterstützung des ‘Ministry of Silly Walks’, dreier Ritter (immerhin reicht es, wenn einer “der nicht ganz so tapfere wie Sir Lancelot, der beinahe gegen den Drachen von Angnor gekämpft hätte” ist) und letzlich der heiligen Handgrante von Antiochia - letztere konnten wir noch nicht orten. Hl. Bruder Maynard, erhöre Schwanzus Longus! Denn - noch lebt das Killerkaninchen.

In diesem Sinne, der Endstand des Spiels: 0:10 (0:4, 0:2, 0:4) aus Sicht der Devils, 11 Scorerpunkte für die 3 kanadischen Imports - ‘nuff said. So fördert man den österreichischen Damennachwuchs. Ja, nach 50 Jahren der Gipfel der Absurdidät. Monty Pythons könnten noch viel lernen. Und Schwanzus Longus strahlt.

Nachsatz: ein mehr als unsportliches Odeur verbleibt - Coaches, die sich der Verabschiedung verweigern und absurde Rechtfertigungsversuche per Facebook. Sehr seltsam… Monty Pythons eben.

Update 11.10.2019

Das Coaching-Team der Highlanders hat sich bei uns gemeldet, sich für die ausgebliebene Verabschiedung entschuldigt und glaubwürdig versichert, dass dies in der Hitze des Gefechts und ohne jede Absicht geschehen sei. Wir bedanken uns für die sportliche Geste, akzeptieren selbstverständlich die Entschuldigung und wünschen dem Team alles Gute für die Zukunft.