Bittere Overtime-Niederlage

Im letzten Spiel des DEBL-Grunddurchgangs ging es für die Devils am 17.2. zur Primetime in der Wiener Erstebank Arena (vormals Albert-Schultz-Halle) gegen die Spielgemeinschaft Highlanders/Caps/Flyers sowohl um den Einzug in das Viertelfinale der österreichischen Staatsmeisterschaft (ÖSM) als auch um die Qualifikation für das Playoff-Finalturnier der DEBL in Budapest. Die Ausgangslage war klar, der Gewinn eines Punktes reichte für das Viertelfinale, für das Finalturnier würde wohl ein voller Erfolg in der regulären Spielzeit benötigt, da die punktegleichen Gegner noch einen Einspruch gegen ein Ergebnis der ersten Runde laufen hatten und mit 3 Punkten am grünen Tisch für sie zu rechnen war.

Auch wenn die erste Begegnung in Graz knapp mit 1:0 an die Devils gegangen war, ein Favorit war vor Spielbeginn nicht auszumachen und schon die ersten Minuten bewiesen, dass dies wohl bis zur letzten Minute ein Kampf auf Biegen und Brechen würde. Beide Teams in Topbesetzung und die Flyers mit Manndeckung speziell für die Topscorerin der Devils, #4 Marja Linzbichler. Dennoch gelingt es unserem Team nach 11 Minuten in Führung zu gehen, in Unterzahl gelingt eben der #4, Marja Linzbichler das Breakaway, die einzig verbliebene Verteidigerin der Flyers wurde ebenso wie die Torfrau elegant ausgetanzt - 1:0. Doch leider noch im selben Unterzahlspiel der Ausgleich, die Devils-Abwehr, völlig desorientiert, bringt die Scheibe vor dem Tor nicht weg und im 2. Rebound bezwingt #14 Lisa Sacherer unsere Torfrau #32 Carmen Kadlec - 1:1. Kurz vor Ende des 1. Drittels dann eine Strafe für die Flyers (#33 Claudia Pangratz), nach Zuspiel von #14 Bettina Leber trifft #11 Lena Artner aus vollem Lauf ins lange Kreuzeck. Mit dem Stand von 2:1 aus Sicht der Devils ging es somit in die erste Drittelpause.

Das zweite Drittel ähnelte dem ersten, die Highlanders/Caps/Flyers kompakt, die Devils im Angriff gefährlich, in der Defensive aber unorganisiert und extrem unsicher. Immer wieder brenzlige Situationen vor dem Tor von #32 Carmen Kadlec und in der 33. Spielminute wurden die Bemühungen der Flyers belohnt - abermals ein Rebound-Tor, diesmal von #33 Claudia Pangratz. Ausgleich, das Spiel ist endgültig wieder völlig offen.

Mit 2:2 geht es auch in die Pause, beide Teams kommen danach topmotiviert wieder aus den Kabinen und es entwickelt sich ein offener Schlagabtausch mit hochkarätigen Chancen auf beiden Seiten schon in den ersten beiden Minuten. In der 44.Minute dann die erstmalig Führung für die Spielgemeinschaft Highlanders/Caps/Flyers. Schwerer Abwehrfehler der Devils, die die #72 der Flyers, Katharina Killius, vor dem Tor völlig alleine ließen und diese hatte nach schönem Zuspiel von #33 Claudia Pangratz keine Mühe, den Puck im Tor zu versenken. Doch die Devils gaben nicht auf und knapp 2 Minuten später gelingt #4 Marja Linzbichler, nach Zuspiel von #26 Anna Woschitz der Ausgleich zm 3:3. Die Devils starteten nun einen Sturmlauf gegen das Tor der Wienerinnen, alleine #4 Marja Linzbichler und #56 Karoline Hengelmüller tauchten mehrfach alleine vor der Wiener Torfrau #30 Anna Scharmitzer auf, ohne sie jedoch bezwingen zu können, zweimal rettete zudem die Stange die Gastgeber vor einem erneuten Rückstand. Langsam lief die Zeit davon und auch die Tatsache, das mit #11 Lena Artner, #56 Karoline Hengelmüller und auch #4 Marja Linzbichler drei der Leistungsträgerinnen bereits ihr zweites Spiel an diesem Tag absolvierten, machte sich nun mehr und mehr bemerkbar. Dennoch wurden Chancen am laufenden Band generiert - und leider auch vergeben. Die Flyers kamen in dieser Phase kaum noch vor das Tor der Devils. Logische Folge: 3:3 nach Ende der regulären Spielzeit, die Overtime musste entscheiden.

Und trotz der Enttäuschung, die Finalturnier-Qualfikation damit de facto bereits verspielt zu haben setzten die Devils noch einmal alle Kräfte frei, um wenigstens mit einem Sieg die Heimreise aus Wien antreten zu können. Allein, es sollte nicht sein, nach mehr als 4 Minuten einer lebhaften Overtime, mit Chancen auf beiden Seiten gelang es den Wienerinnen eine 2 auf 1 Situation zu erzwingen und nach einem schönen Pass von #14 Lisa Sacherer erzielte #72 Katharina Killius 22 Sekunden vor Ende der Verlängerung ihr zweites - und damit das spielentscheidende Tor dieser Begegnung.

Großer Jubel bei den Gegnerinnen, riesige Enttäuschung und Tränen bei den Devils, wäre es doch die erste Final-Four-Qualifikation der Grazerinnen in der DEBL seit 2006(!) gewesen. Die Qualifikation für das ÖSM-Viertelfinale war da nur ein sehr geringer Trost…

Anmerkung am Rande/Ende: beim Versuch, während der (späten) Heimreise wenigstens noch Burger-ähnliches Fastfood als Trost zu konsumieren bewies sich die völlige Unfähigkeit US-amerikanischer Franchise-Unternehmungen, mit einer größeren Anzahl hungriger Konzertbesucher auf der Heimreise umzugehen. Aus “Fast-Food” wurde “Slow-Food”, die Wartezeit auf vorgefertigte Pappendeckel-Nahrung betrug 1,5 Stunden und letztlich war das Team um 3 Uhr morgens wieder in Graz…