… und gewonnen, gut gespielt und dennoch verloren. So lassen sich zusammengefasst die beiden Spiele des DEC Devils Graz am letzten Wochenende charakterisieren.

Die letzten Spiele im DEBL Grunddurchgang stehen für die Devils unter dem Motto “Do or Die”, eigentlich ist jede einzelne Begegnung ein Endspiel im Kampf um Tickets sowohl für das Viertelfinale der östereichischen Staatsmeisterschaft wie auch für das Playoff-Turnier der DEBL. Die Ausgangslage war klar, wenn die verbleibenden Spiele gegen die östereichischen Teams Ice Cats Linz, Gipsy Girls Villach und die Spielgemeinschaft Highlanders/Caps/Flyers (alle 3 Teams wurden in der Hinrunde besiegt) gewonnen würden, ist das Viertelfinale der ÖSM fix, für den Einzug ins Playoff würden Punkte auch gegen die Top-Mannschaft FTC (Ferencvaros) Budapest benötigt, um nicht vom Ausgang der Spiele der Mitbewerber abhängig zu werden.

Das erste Spiel des Wochenendes fand am Abend des Samstags, 26.1. in der Keine Sorgen Eisarena zu Linz statt, Gegner die Ice Cats aus Linz. Die Gastgeber präsentierten sich stark und hatten eine exakt auf die Devils zugeschnittene Taktik vorbereitet, brachten die Devils durch aggressiven Forecheck und Manndeckung der besten Spielerinnen immer wieder aus dem Konzept. Dennoch gingen die Devils noch im 1. Drittel in Führung, ein Energieanfall unserer Kooperationsspielerin Anna Woschitz, die ein Solo über das gesamte Feld durch Verwertung des eigenen Rebounds erfolgreich abschloss, führte zum ersten Tor der Devils. Mit 1:0 ging es auch in die erste Pause.

Im 2. Drittel kamen die Devils etwas besser ins Spiel, an der grundsätzlichen Charakteristik der Begegnung änderte sich wenig. Bis in der 26. Minute Martina Baumann einen Pass der Linzer Abwehr abfing und das daraus resultierende Breakaway mit einem trockenen Flachschuss erfolgreich abschloss. 2:0 für die Devils. Doch entschieden war dieses Spiel noch lange nicht. Noch im 2. Absschnitt verkürzte Linz nach einem Abwehrfehler der Devils, die die Scheibe nicht aus dem Slot brachten, auf 2:1. 2 Minuten vor dem Ende des 2. Drittels das vielleicht schönste Tor des Abends, Carina Kling erkämpft sich im gegnerischen Verteidigungsdrittel an der Bande den Puck, ein genauer Pass auf die im Slot wartende Dana Sauerbier und diese lässt der Linzer Torfrau mit einer Körpertäuschung und einem schnellen Schuss keine Chance - 3:1 aus Sicht der Devils. Mit diesem Stand ging es auch in die Kabine.

Im 3. Drittel warfen die Ice Cats noch einmal alle Kräfte in die Schlacht, um doch noch den Umschwung zu schaffen, gleichzeitig machte sich die dünne Spielerdecke der Devils langsam bemerkbar, die Kräfte schwanden, Linz bekam langsam Oberwasser. Und in der 44. Minute gelang der Heimmannschaft auch tatsächlich der erneute Anschlusstreffer, alles war wieder offen. Doch nur ein Minute später startete Marja Linzbichler ein Solo aus der eigenen Verteidigungszone, ließ alle Gegnerinnen stehen und bezwang per Backhand-Schusss auch die Linzer Torfrau, der 2-Tore-Vorsprung war wieder hergestellt. Ab diesem Zeitpunkt verteidigten die Devils geschickt, ließen den Gegnerinnen wenig Raum und nahmen letzlich, trotz einer eher durchwachsenen Leistung, die 3 Punkte mit nach Graz. Ice Cats Linz - DEC Devils Graz 2:4 (0:1, 1:2, 1:1).

Nur knapp 10 Stunden nach der nächtlichen Rückkehr aus Linz galt es nun, im Heimspiel gegen das zweitbeste Team der Liga, FTC Budapest, die Müdigkeit aus den Beinen zu vertreiben und nach Möglichkeit durch einen Punktegewinn für den Kampf um den Playoff-Einzug eine möglichst optimale Ausgangslage zu erreichen. Die Voraussetzungen dafür waren gegeben, verglichen mit dem Spiel am Vortag war das Lineup sowohl quantitativ, als auch qualitativ stärker aufgestellt und die Moral nach dem Arbeitssieg in Linz entsprechend hoch.

Beide Teams starteten schwungvoll in die Partie, FTC erarbeitete sich im Laufe des 1. Drittels langsam die Feldüberlegenheit, doch die Devils verteidigten geschickt, hielten die Gegnerinnen im eigenen Drittel weg vom Tor, sodass der Gegner sich auf Distanzschüsse von der blauen Linie beschränken musste. In Gegenstößen kamen die Devils immer wieder auch vor das Tor der Ungarinnen, agierten im Abschluss jedoch zu überhastet, um wirklich gefährlich zu werden. Knapp die Hälfte des ersten Drittels war gespielt, da ging FTC doch in Führung, bei einem Schuss von der blauen Linie war der DEC-Torfrau Carmen Kadlec die Sicht verstellt und der Schuss prallte von ihrem Blocker ins Tor. An der Spielchrakteristik änderte das wenig, zwingende Chancen waren Mangelware, FTC feldüberlegen, aber der Verteidigungsriegel der Devils hielt. Pausenstand 0:1.

Auch am Beginn des 2. Drittels änderte sich zunächst wenig, bis in der 25. Minute ein 3-minütiges Blackout der Devils-Defense das Spiel de facto entschied. Kurzfristig verlor sich jedwede Organisation in der Verteidigung, die Scheibe wurde nicht mehr aus der Scoring Zone gebracht, die Spielerinnen verloren ihre Gegespielrinnen und die Mannschaft von Ferencvaros nützte diese Phase der Verwirrung eiskalt, um binnen weniger als 3 Minuten 2 Tore zu erzielen. Doch wer erwartet hatte, dass das Team der Devils nun zerbrechen würde, wurde eines Besseren belehrt. Die Defense fand ihre Organisation wieder und weitere zwingende Chancen für FTC trotz anhaltender Feldüberlegenheit Mangelware. Im Gegenteil, die Devils agierten nun etwas offensiver (ohne dabei die Defense zu vernachlässigen) und kamen zu einigen guten Chancen, die leider allesamt nicht genutzt werden konnten. Somit ging es mit dem Rückstand von 0:3 in die letzte Pause.

Nun galt es, noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren, um vielleicht das Spiel doch noch für die Devils zu drehen. Das Team des DEC wurde im 3. Drittel von Minute zu Minute stärker, beherrschte den Gegner und setzte sich oftmals minutenlang in der Zone der Ungarinnen fest. Allein, Tore wollten nicht gelingen, zweimal kullerte die Scheibe Zentimeter am leeren Tor vorbei, und auch 2 Stangen- bzw. Lattenschüsse zeigten, dass das Spielglück in dieser Phase nicht auf Seiten der Devils war. Letztlich verrannen die letzten Minuten des Spiels, die Devils versuchten verzweifelt doch noch anzuschreiben, doch wollte kein Tor mehr gelingen. Somit fuhr Ferencvaros, trotz der sehr guten Leistung der Devils, in Summe verdient als Sieger nach Budapest retour. DEC - FTC 0:3 (0:1, 0:2, 0:0).